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Finanzkrise: Verluste steuerlich nutzen

(Stand: 10.11.2008)

Sicherlich hat Sie die aktuelle Finanzkrise auch "getroffen" und Ihr Depotwert hat in den letzten Wochen deutlich verloren. Dann sollten Sie sich die Wertentwicklung der einzelnen Anlagen einmal genauer ansehen und folgende Fragen beantworten:

(1) Befinden sich in Ihrem Depot Wertpapiere, die Sie vor weniger als 12 Monate gekauft haben?
(2) wenn ja, weisen diese Papiere aktuell Verluste aus?

Wenn ja, dann sollten Sie - nach Rücksprache mit Ihrem Finanzberater - sich entscheiden, die Verluste jetzt zu realisieren, denn diese Verluste könnten Sie mit künftigen Spekulationsgewinnen verrechnen. D.h. künftige Spekulationsgewinne stellen Sie damit steuerfrei. Sie schaffen sich damit quasi ein Gewinnausgleichspolster für die Zukunft.

Sofern Sie die durch den Verkauf freigewordene Liquidität noch in diesem Jahr in neue Wertpapiere investieren, bleiben Sie zum einen quasi im "Markt", zum anderen unterliegen diese Käufe noch den "alten" Regelungen, dh Kursgewinne sind nach einer Haltedauer von >12 Monate steuerfrei.

Beachten Sie aber, dass Sie nicht in das "gleiche" Wertpapier (ausschlaggebend ist die sog. Wertpapierkennnummer) reinvestieren, denn darin könnte das Finanzamt einen sog. "Umgehungstatbestand" sehen.

Wichtig ist auch, dass Sie sich die Verluste "förmlich" durch das Finanzamt im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung "anerkennen" lassen. Denn nur so können Sie diese Verluste später mit möglichen Spekulationsgewinnen wieder verrechnen. Dies ist besonders bei Depots von Personen zu beachten, für die keine Einkommensteuererklärung erstellt wird, wie z.B. minderjährige Kinder oder Rentner mit NV-Bescheinigungen.

Für Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne beratend zu Seite.

Eingestellt am: 10.11.2008